Heute war ein Wirbel aus Baby hüten, waschen, putzen und aufräumen. Mal war ich beim Baby, mal Guradono. Schließlich hatten die lieben Vermieter ziemlich seltsam geklungen, da sollte die Wohnung besser auf Hochglanz gebracht werden. Außerdem hat Guradono dafür gesorgt, dass meine Eltern auch kommen. Und, zugegeben, sie hatte es auch bitter nötig, wir hatten in den letzten zwei, drei Monaten nichts gemacht, zuviel anderes zu tun… so musste dann heute alles auf einmal gemacht werden. Mal war ich dran, mal Guradono, immer abwechselnd, damit immer einer das Kind bei Laune halten konnte und obwohl Bacon ihr Bestes gab, uns alle Nerven zu rauben, ist es uns doch ganz gut geglückt
Am Abend dann der nächste Schicksalsschlag, auch wenn ich mich schön langsam daran gewöhne, dass mein Leben mit jeden Tag noch ein bisschen grauenhafter wird: Guradono machte es offiziell, dass unser Eheleben auch weiterhin und für die nächsten Monate und Jahre zölibatär zu bleiben habe. Ich habe im WWW recherchiert, so was kann auch bis zum Ende meines Lebens andauern. Nun ja, ich habe es wohl nicht anders verdient. So fällt wieder ein Stück meines früheren Lebens in den Orkus, bald sind wirklich nur noch meine Bücher übrig, aber spätestens nächstes Jahr müssen wir in eine andere Wohnung ziehen, die dann sicherlich wieder in München liegen wird; und was nützen die schönsten Bücher, wenn die (Fahr-)zeit fehlt, um sie zu lesen?
Ich habe mir freilich vorgenommen, mir nicht allzu viel anmerken zu lassen; nur meine Körperkontakt zu ihr werde ich nun beschränken, nicht, um sie zu bestrafen, sondern um mich nicht selbst zu sehr in Erregung zu setzen. Irgendwann werden die Triebe schon verkümmern und absterben… denn ich bin Pessimist, dass etwas, was verloren gegangen ist, noch einmal wiederkehrt, das scheint mir nahezu ausgeschlossen…
Tja, ich nehme an, so mancher Priester hat von jetzt an mehr Erotik in seinem Leben als ich.







