Sonntag, 27. Juli, 2008...11:19

Versuche…

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Am Abend habe ich noch eine Geburtstagskarte für meine Nichte in Japan gezeichnet. Sie ist leider völlig misslungen, gerade einmal die Vorzeichnung ist nicht ganz schlecht… habe dann noch eine zweite Karte gezeichnet, aber auch misslungen. Zum Glück wird die Nichte drei Jahre alt und auch Guradono hat

Ich merke schon sehr, ich muß wieder viel mehr das Zeichnen üben, wenn ich da auch nur auf mein früheres Niveau zurückkommen will. Aber wann und wie? Ich brauche dafür Ruhe, innere wie äußere. Äußere mag es ja geben, in den Minuten, Viertelstunden, in denen die kleine Bacon schläft und ich selbst noch nicht zu erschöpft bin, aber innere? Ich muß wohl Geduld üben…

 

Nebenher, mit halben Auge, habe ich mir die Verfilmung von „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“ angesehen. Hatte den Film bisher gemieden, weil ich das Buch kenne und schätze. Keine Verfilmung kann schließlich besser werden, als das Buch, das ihr zugrunde liegt.

Ich war dann aber doch recht angenehm überrascht. Zugegeben, Dai Sijie ist, auch wenn er sich selbst eher als Regisseur denn als Autor sieht, kein Meister der Filminszenierung. Vieles wirkt zu idealisiert (dabei gleichzeitig nicht stilisiert genug), zu hölzern, unecht. Schließlich auch: noch deutlicher als im Buch, fast unerträglich grell wird die Verachtung von Autor und Protagonisten für die einfachen Menschen. Dai ist ein Intellektueller, der für Intellektuelle schreibt und alles, was nicht intellektuell sein kann, hasst und bekämpft, ohne die Gründe zu hinterfragen.

Überhaupt sind die Gefühle im Film zu stark, zu kitschig, auch: zu prüde. Wenn die kleine Schneiderin mit den Protagonisten badet und sich verschämt einen riesigen Lendenschurz aus Blättern und Zweigen umbindet, dann scheint das zu übertrieben zu sein. Das Buch beschreibt die Gefühle der Protagonisten also in seiner Schlichtheit treffender, als es der Film vermag. Doch die Erweiterung der Handlung im Buch durch die Suche des dann erwachsenen Ma nach der kleinen Schneiderin, der Einbruch des Drei-Schluchten-Staudammes, der die verborgene Welt der Geschichte mit seinem grünen Wasser überschwemmen wird, das ist neu, das hat mir gefallen. Eine vergebliche Suche, natürlich, da viel zu spät. So etwas hat Stil.

 

Ich will mir aber den Film irgendwann einmal von Freund Boswell (der ihn auf DVD hat) leihen, die Synchronisation war unangenehm, ich möchte ihn lieber auf chinesisch mit Untertiteln sehen.

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