Es gibt eigentlich nichts, was man dem Öffentlichen Verkehr nicht zutrauen kann… die “Tokyoter Wochen”, wie ich es nenne, wenn sie die Regionalzüge mit weniger Waggons als sonst laufen lassen, damit man schön im Gedränge stehen kann, sind zwar fürs Erste wieder vorbei, aber dafür hat man sich etwas neues einfallen lassen. Das Motto scheint dabei zu sein: Fit für den Job! oder Weg mit dem Speck!
Wie das geht? Nun, eigentlich wäre es so, daß man, wenn der Bus pünktlich ist und der Zug pünktlich ist, kein Problem hat, in einem normal-flotten Tempo letzteren zu erreichen. Kein Problem also, sollte man meinen. Auch wenn der Bus pünktlich ist und der Zug Verspätung hat (was viel häufiger ist als ein Zug, der sich an den Fahrplan hält)
gibt es kein Problem, man hat dann sogar noch Zeit für einen ausgedehnten Spaziergang über den Bahnsteig.
Das war aber wohl für die MVG kein haltbarer Zustand. Es geht ja auch nicht, wenn wir arme Sarariman nicht gleich am Morgen das Gefühl reingetreten bekommen, daß wir wertlos sind. Also kommt seit zwei Wochen der Bus grundsätztlich zu spät, normalerweise drei bis vier Minuten, heute waren es aber auch einmal sechs Minuten. Die Zugführer wiederum sind extrem pünktlich, offenbar wirken die 11 % mehr Lohn wirklich motivierend…
Das Ergebnis: seit zwei Wochen sehe ich schon auf der Anfahrt zum Freisinger Bahnhof den Zug an mir vorbeirasen. Da heißt es dann raus aus dem Bus und mit aller Kraft und Höchstgeschwindigkeit raus aus dem Bus, Treppe runter, Tunnel zum Gleis 2, Treppe rauf und den Bahnsteig hinunter. Wenn man Glück hat, erwischt man den Zug noch, wenn man Pech hat, dann fährt er einem vor der Nase weg…
Ich will mich ja nicht selbst loben, aber inzwischen bin ich meistens einer der ersten aus dem Bus, der den Zug erreicht. Neidische Blicke bekomme ich für diese Leistung reichlich… Natürlich nur, bis ich im nächsten Sitz zusammenbreche und bis Moosach nach Luft ringe, aber trotzdem… auf Kurzstrecke bin ich inzwischen recht schnell. Ob ich mich für Peking bewerben sollte? Vielleicht ist das sogar der einzige Grund der ganzen Maßnahme: Freising will endlich auch einmal Spitzensportler…
So kommen wir Freisinger Sararimen nun schon erschöpft in München an und ein neuer Tag voller Arbeit kann beginnen. Danke, liebe MVG, daß ihr euch so sehr um uns kümmert!







