Dienstag, 29. Januar, 2008...8:48 Uhr nachmittags

Laufen von Singapur bis zur Achse des Bösen…

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 Heute hat meine neue Arbeitswoche begonnen und es spricht so manches dafür, daß es eine sehr harte wird. Denn der Inhalt des einen Archivraums meiner Abteilung ist zwar erfolgreich in den Keller umgezogen (immerhin rund 200 000 Photographien, sei es als Abzüge, Negative und/oder Diapositive), aber völlig ungeordnet dort angekommen… die festangestellten Mitarbeiter haben keine Lust, sich darum zu kümmern (könnte ja auch vom Kaffee ablenken) und die anderen Freien haben tatsächlich zuviel anderes zu tun, also bleibt alles an mir hängen… heute habe ich über dreißig volle Umzugskartons von einem Ende des Kellers zum anderen gewuchtet und sie dabei geordnet, morgen geht es mit dem schieben und umfüllen weiter… dreißig Kartons klingen wahrscheinlich nach nicht viel, aber ich spüre jeden einzelnen Knochen im Körper… bin halt der Höhepunkt des Unsportlichseins, war das schon immer… umso ironischer, daß ausgerechnet an mir die ganze körperliche Arbeit hängen bleibt…

Ich habe den neuen Kellerraum übrigens “Singapur”  getauft, denn der Schlüssel zum Eingang hängt jetzt an einem sehr kitschigen, aber außerordentlich coolen Schlüsselanhänger, den mir ein Freund aus diesem kleinen asiatischen Stadtstaat mitgebracht hat. Gut, der Vergleich hinkt etwas, denn wo Singapur eine blitzblanke und ordentliche Stadt sein muß, ist der Keller in der Firma unordentlich und nicht allzu sauber, aber es klingt doch viel besser (für sich selbst wie für andere), wenn ich cool im Büro verlauten lasse: Also, ich bin dann eben mal in Singapur…

Merke: Das Leben eines Sarariman ist leichter, wenn er sich nicht zu ernst nimmt!

Am Abend bin ich dann völlig kaputt nach Hause gefahren, aber trotzdem vom Bahnhof aus nach Hause gelaufen. Denn zum einen müssen langsam wirklich die Pfunde purzeln, zum anderen hasse ich Busse und der Zug kommt ja sowieso immer zu spät, dann müßte ich rennen… besser ist es dann, zügig, aber doch gemütlicher durch die Nacht zu laufen. Schade, daß ich morgens nie rechtzeitig aus den Federn komme, das wäre auch etwas…

Und kurz, bevor ich zuhause ankam, konnte ich über eine große unbebaute Brachfläche hinter der Wohnanlage schön die Sterne beobachten. So etwas versöhnt einem mit dem Tag… und wenn dann noch Guradono mich begrüßt und umarmt, dann kann man keine Bitternis mehr fühlen…

Heute jährt sich übrigens auch jene berühmt-berüchtigte Rede von George W. Bush, in der er von der “Achse des Bösen”, der “Axis of Evil” sprach. Was für ein wunderschöner Ausdruck… als ob es das Böse in Reinkultur irgendwo auf der Welt gäbe… aber, wie heißt es doch so schön? “”

Jedenfalls, zur Erinnerung und Feier jenes denkwürdigen Tages hier die beste Parodie, die seinerzeit darauf geschrieben wurde. Und eine kleine Weltkarte, auf der man sich seine ganz eigene “Achse” zusammenstellen kann…“Nach Hause, nach Hause, nach Hause geh’n wir nicht, bis das die Achse bricht!” Amen!

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