Dienstag, 1. Januar, 2008...10:06

Neujahrsmorgen…

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Den Sylvesterabend haben Guradono und ich ganz unspektakulär verbracht. Wir haben uns zwei Folgen japanischer Doramas angesehen, eine Folge von スワンの馬鹿!und eine von 浅草ふくまる旅館. Beide waren ganz nett, auch wenn man allgemein sagen kann, daß selbst für eingefleischte Fans die momentane Season eher schwach ist…

Danach legte sich Guradono eine Stunde hin und ich, der ich zu faul war, irgendetwas anderes zu machen, surfte im Internet. Eigentlich hatte ich mir eine kleine Überraschung ausgedacht und wollte für hier einen Avatar machen, aber die Programme, die ich dazu im Internet fand, gefielen mir alle nicht… dann kam schon Mitternacht und ich weckte Guradono, stieß mit ihr mit Tee auf das neue Jahr an und wir sahen uns das Feuerwerk hier im Viertel an. Dieses Jahr saß der Euro wohl auch hier lockerer als sonst, es dauerte deutlich länger und war deutlich intensiver als letztes Jahr. Allerdings auch etwas einseitig, offenbar hatten alle beim selben Anbieter (ALDI?) gekauft… später noch kurz mit meiner Schwester telephoniert und dann eingeschlafen, sobald der Lärm weniger wurde.

Heute war eine Premiere, ich bin zum ersten Mal vor Guradono aufgestanden, obwohl ich erst lange nach ihr eingeschlafen war. Sehr selten so etwas. Draußen merkt man jetzt schon, daß es Januar wird, es wird schon wieder früher hell, hier in Freising allerdings in einem Bleigrau, das sich wie ein dicker Mantel über alles gelegt hat. Ein ruhiger, kalter Morgen. Ich mag es, an solchen Morgen als erster wach zu sein und die Stille zu genießen. Habe zum ersten Mal seit langer Zeit wieder intensiv ein Gedicht gelesen. Diesmal Lord Tennysons “Ulysses“. Es beschreibt die Sehnsucht des alternden Odysseus nach dem Meer und den Reisen, die er unternommen hat. Zum Schluß beschließt er, wieder zur See zu fahren:

[...] Come, my friends,
‘T is not too late to seek a newer world.
Push off, and sitting well in order smite
The sounding furrows; for my purpose holds
To sail beyond the sunset, and the baths
Of all the western stars, until I die.
It may be that the gulfs will wash us down:
It may be we shall touch the Happy Isles,
And see the great Achilles, whom we knew.
[...]

[...] So kommt denn, meine Freunde,

S’ist niemals zu spät, ein neues Land zu suchen.

Legt ab, und setzt euch bequem; das wird des Lebens

beherrschende Furchen durchkreuzen; denn was ich will,

Ist, jenseits des Sonnenuntergangs zu segeln, jenseits

Der Bäder aller Sterne des Westens, bis ich sterbe.

Mag sein, daß uns die Fluten holen;

Mag sein, daß wir jene Inseln des Glücks erreichen,

Und dort den großen Achilles sehen, den einst wir alle kannten.

[...]

Meine Übersetzung taugt natürlich nicht viel, ich habe sie nur so mal schnell dahingekritzelt. Das Versmaß z.B. stimmt noch gar nicht… Für mich ist das ein schöner Aufruf an einem Neujahrsmorgen. Egal, wohin die Reise dieses Jahr geht, ich will mein Bestes tun, daran teilzunehmen!

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