Samstag, 22. Dezember, 2007...11:30

Dekita! Alles geschafft!

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Eigentlich sollte ich ja vom Freitag erzählen, als Guradono und ich endlich in München auf dem Christkindlesmarkt waren… aber das ist mir jetzt zuviel, den Bericht gibt es erst morgen. Heute schreibe ich lieber von heute, das geht kürzer.

Heute morgen sah mir Guradono tief in die Augen und sprach die inhaltsschweren Worte: Du-San, wir brauchen Toilettenpapier…

Ok, kein Problem, der Supermarkt ist ja gleich um die Ecke. Übrigens ein heimeliger Ort, im Januar wurde dort sogar schon eine Kassiererin erstochen, weil sie den Mut hatte, sich einem Ladendieb in den Weg zu stellen. Aber Guradono wäre nicht Guradono, wenn sie nicht praktisch denken würde. Also noch die Mülltüten geschultert und erst zum Müllcontainer, danach zum Glascontainer.

Seit ein paar Tagen ist es in Freising schön kalt. Ich mag Kälte. Zwar schneit es nicht, aber es hat sich in den letzten Nächten jede Menge Raufrost und auch ein wenig Raureif gebildet; die Sonne ist jetzt nicht mehr kräftig genug, tagsüber alles wegzuschmelzen und mit jeder Nacht wird es mehr und mehr. Der kleine Spaziergang zum Müll wurde dadurch zu einem schönen, fast bizarren Weg durch eine weiße, stille Welt…

Raufrost

Dieses Pflänzchen hat mir besonders gut gefallen. Es steht ganz einsam und allein auf einem abgeernteten Feld, doch obwohl es so dürr ist, hält es tapfer dem Reif stand. Wie stark die Natur doch manchmal ist!

Spinnennetz voll Raufrost

In einer Hecke hatte der Reif ein Spinnennetz überzuckert. Eigentlich ist es ja schon ziemlich kaputt und war, als die Spinne es noch benutzte, nicht allzu schön. Doch jetzt sieht es wie ein kleines Kunstwerk aus. Schade, daß meine Digitalkamera sehr alt ist, hier hätte ich gerne Detailaufnahmen gemacht…

Das Maß aller Dinge…

Und selbst ein Vermessungsstab wird durch die weiße Masse hübscher….

Am Glascontainer haben wir eine junge Familie unglücklich gemacht. Vater und Sohn waren im Auto (man sieht es im Hintergrund des Bildes, der rote Wagen) geblieben und hatten zugesehen, wie die Mutter einen großen Sack mit Altpapier und Glas zu den Containern geschleppt hatte. Eine sehr traditionelle Familie, also…. Ganz offensichtlich wollte sie den dort einfach so stehen lassen (das machen leider viele), aber als sie uns ankommen sah – noch dazu mit Kamera! – da hat sie sich das nicht getraut und fluchend den Inhalt des Sacks auf die richtigen Container verteilt…

Ich hatte selber einige Probleme, die Gläser richtig zuzuordnen. Was macht man mit japanischen Flaschen, die eigentlich Weißglas sind, aber einen Hauch brauner Färbung haben? Ich habe sie in das Braunglas geworfen, hoffentlich war das richtig… danach ging es zum Supermarkt. Wir hatten uns vorgenommen, nicht nur das dringend benötigte Papier zu kaufen, sondern auch sonst alles, was wir bis zum Ende der Feiertage brauchten. Also einen Einkaufswagen geschnappt und hinein ins Getümmel! Denn, obwohl es noch früh am Morgen war, und erst Samstag, war der Supermarkt gerappelt voll. Und auch die Angestellten machten fleißig mit und blockierten nicht einen oder zwei, sondern mindestens vier Gänge mit Waren. Sehr vorausschauend war das ja nicht. Beim Versuch, in einem derart vollgestellten Gang mit dem Einkaufswagen zu manövrieren, stieß eine ältere Frau mit Pelzmantel und sehr viel aufdringlichen Parfum mit mir zusammen. Statt sich zu entschuldigen drückte sie mich an den Schultern auf den Weg und griff mir im Vorbeigehen an den Hintern. Frage mich bis jetzt, warum letzteres nötig war. Soo schön bin ich ja nun wirklich nicht… aber vielleicht macht die das bei allen Menschen?

Wir holten uns trotzdem, was wir brauchten, und gingen dann zur Kasse. Vor uns war dann genau diese Frau mit Pelzmantel wieder, diesmal mit ihrem Mann. Sie hatten Unmengen an Zeug eingekauft, von Wein über Fertiggerichten bis hin zu Süßigkeiten. Da kann auch bei ihnen Weihnachten kommen? Insgesamt haben sie für fast 150 Euro eingekauft und die Frau bezahlte mit einem 500 Euro-Schein. Sowas sieht man auch nicht alle Tage. Aber irgendwie ist es auch traurig, da war außer etwas Gemüse nichts dabei, was man wirklich kochen müßte. Wahrscheinlich feiern sie einsam und alleine und betrinken sich mit den sieben oder acht Flaschen Wein, die sie eingekauft hatten… Wir selbst bezahlten exakt 13 Euro, so eine Summe paßt auch besser zu uns.

Jetzt ist also alles besorgt, dekoriert und getan. Vielleicht backen wir noch einmal Kekse, aber ansonsten kann Weihnachten kommen, wie wir es mögen: ruhig und unauffällig, aber schön!

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