Also, heute will ich mal gar nicht von meiner Krankheit reden, vor allem weil die nicht wirklich besser werden will. Tagsüber geht es ja noch, aber abends, wenn ich schlafen will und ständig abhusten muß… nein, davon mag ich gar nichts mehr schreiben und ihr wollt sicher auch schon nichts mehr davon lesen…
Gestern, als ich meine Medikamente abholen ging, habe ich Guradono mitgenommen und wir sind zu einem Baumhändler gegangen, um unseren Weihnachtsbaum zu kaufen. Auch wenn wir nicht gerade reich sind, ein Tannenbaum an Weihnachten ist mir sehr wichtig. Wahrscheinlich ist das typisch für Männer, die etwas, was sie als Kind nicht bekommen haben, dann als Erwachsene unbedingt haben wollen. Wie eben einen echten, schön geschmückten Weihnachtsbaum. Nur kosten sollte er halt möglichst wenig…
Selbst ein Ort wie Freising (und wir wohnen nicht gerade in der besten Ecke des Städtchens) hat seine Fleckchen mit Gitter drumrum und Weihnachtsbäumen drinnen. Sogar mit Beleuchtung, was gut war, denn dort ist eigentlich ein Feld und deswegen gibt es nicht genügend Straßenlaternen und dunkel war es, als wir ankamen, natürlich auch… Gleich am Eingang bei den nicht ganz so guten, aber dafür billigen Bäumen sahen wir eine entzückende kleine Edeltanne, die wir eigentlich gleich hätten nehmen sollen. Aber wir dachten uns, wer will außer uns noch so einen Baum? und sahen uns erstmal die anderen an. Ein großer Fehler! Denn da kam eine ältere Frau mit junger Tochter, sah den kleinen Baum, stellte ihre Tochter als Wächterin daneben ab und holte gleich den Verkäufer. Pech! Aber man darf sich nicht entmutigen lassen… schließlich haben wir eine ansehnliche und charaktervolle (also nicht wirklich perfekte) Blautanne genommen. Heute habe ich dann die Säge geholt und den Stumpf für unseren Ständer zurechtgesägt. Das war schwieriger, als es sich anhört, denn zum Einen bin ich in solchen Dingen eher schlecht und zum Anderen… zum Anderen habe ich nur eine Kindersäge aus der miesen alten DDR, aus Weißblech mit Plastikgriff. Damit irgendetwas zu sägen ist brutal. Es geht, aber es dauert lange und der Griff droht ständig abzufallen und ist viel zu klein… na ja, ich brauche die Säge nur einmal im Jahr, da geht das noch… und nach zwei Stunden oder so hatte ich den Baum endlich da, wo er hingehört:

Von diesem Blickpunkt aus sieht der Baum am Besten aus. Weder sieht man, daß die Nadeln im Inneren des Baumes eine leichte Tendenz haben, schon ganz und gar braun zu sein, noch merkt man, wie krumm der Baum eigentlich ist. Da das auch unser Hauptblick (nämlich der von unserem Sofa) ist, ist das umso besser. Von der Seite sieht der Baum nämlich mehr wie ein Flitzebogen aus. Am Besten sieht man das an seinem unterem Ende:

Mal sehen, ob Guradono und ich morgen Zeit, Lust und Kraft haben, den Baum schon zu schmücken, das wäre nett. Aber wenn nicht, ist es auch nicht zu schlimm, hauptsache, er ist da und duftet unwiderstehlich nach Weihnachten!







