Gestern waren ja die Vermieter und ein Interessent da. Eigentlich hätten es sogar noch mehr Interessenten sein sollen, aber die meisten hatten wohl doch abgesagt… jedenfalls lief es für uns ganz gut. So sahen die Vermieter zwar meine gräußlichen Fensterfugen, nahmen daran aber keinen Anstoß – Punkt für mich! Jetzt muß ich nur noch sehen, wie ich die ganzen Fugenspritzer auf dem Glas wegbekomme…
Unser prospektiver Nachmieter war ein sehr unsympathischer junger Mann, der sich sehr darüber aufregte, dass wir die meisten Dinge schon eingepackt hatten. Als ob ihn das etwas anginge… nun ja, es kann mir egal sein – Hauptsache, er oder jemand anderes
Sorge bereitet mir heute schon mein Schlafmangel. Die kleine Prinzessin ist jetzt immer sehr lange wach und mit meiner Frau im Wohnzimmer, so dass ich nicht schlafen darf… so habe ich dieses Wochenende kaum Schlafmangel aufholen können… hm… mal sehen, wie ich die Woche durchhalte. Hoffenlich mache ich in der Arbeit nicht zu viele Fehler!
…in ein paar Minuten kommen die ersten Leute, die unsere Wohnung hier besichtigen wollen. Ich bin entsprechend nervös. Alles ist hier schon voller Kisten und Kartons, die Wände, die man sieht, sind voller Löcher von Bildern und Möbeln… trotzdem hoffe ich sehr, dass wir schon zum 1. August einen Nachmieter finden, denn sonst müssen wir zwei Monate lang doppelte Miete zahlen – das wäre fatal für unser Konto…
So wirklich sinnvolles schaffe ich jetzt nicht, kann mich gar nicht dazu aufraffen, also habe ich mich wieder daran gemacht, meine Links zu ordnen und durchzusehen, was davon eigentlich noch funktioniert und was nicht… dabei auch wieder über den Gematriculator gestossen und siehe:
Ich bin besser, als ich dachte… früher hatte ich oft 70 % oder mehr “böse” Anteile in meinem Blog…
Glaubt nur nicht, der Tod von Michael Jackson sei spurlos an mir vorübergegangen; ich wünschte, es wäre so gewesen. War ich nicht damals, in den 80ern, 90ern immer einer von denen gewesen, die dankend abgewunken hatten: Michael Jackson? Dieser Mainstream? Bäh, nein danke! Tja, so war das damals…
Aber, die Wahrheit ist wohl: niemand, der damals jung war, konnte ohne Michael Jackson leben. Selbst wir Skeptiker kannten seine Songs, hatten sie halt eher versteckt auf dem hinteren Regalbrett… wobei, ich hatte es noch leichter, mein Bruder hatte das ganze Zeug, wenn er nicht im Zimmer war, dass ich mit ihm teilen musste, konnte ich sie mir mopsen, klar…. im Radio spielten sie ihn sowieso. Es ging gar nicht anders, auch ich wurde von dem Mann geprägt (zum Teufel, sogar der Oberfreak in meinem Büro kam am Freitag extra früh rein, unter anderem um uns diesmal mit Gelaber über Michael Jackson von der Arbeit abzuhalten – und das ist der, der behauptet, seit seiner Geburt nur Klassik gehört zu haben).
Trotzdem: einen 08/15-Nachruf will ich hier nicht posten, lieber einen mit dem einzig wahren Parodisten des Pop: “Weird Al” Yankovic:
Ich denke mal, das wäre im Sinne von Michael Jackson gewesen, der die Parodien so sehr mochte, dass er Yankovic für den Videoclip zu “Fat” sogar die originalen Kulissen von “Bad” zur Verfügung stellte.
Und weil es eben ohne Michael Jackson nicht geht, hier auch nochmal die Originale:
Eine Tatsache: Es vergeht kein Tag, an dem ich nicht etwas Neues entdecke, was seit der Geburt meiner Tochter aus dem Ruder geraten ist… ein Beispiel: die Fensterfugen. Vor ihrer Geburt waren wir brav und gut, haben Sommers wie Winters viel gelüftet und immer das Kondenswasser abgewischt. Aber als die Prinzessin einmal da war, da waren wir immer zu müde, zu erschöpft, zu zu zu…
Ergebnis: alle Fenster in unserer Wohnung haben am unteren Rand einen ziemlich ekeligen Schimmelbelag bekommen. Klar, dass er weg muß, bevor wir die Wohnung abgeben, sonst ist die Kaution in Gefahr…
Eigentlich wollte ich mich erst nach dem eigentlichen Umzug darum kümmern, aber da morgen, am Sonntag, die ersten Interessenten Zunächst ein letzter Versuch, mit Chemie den Schimmel zu entfernen… der scheiterte unter Spott und Beifall meiner Frau, die es ja schon immer gewusst hatte, dass alles, was ich fertigbringe, Geldverschwendung ist… danach also die Radikalkur:mit einem Spachtel die Fugen ausgekratzt und neu gemacht.
Zum Glück hatte ich mir im Februar schon mal vorsorglich ein Fugenset bei Aldi gekauft, das kam nun in großer Eile (”das Kind will seinen Mittagsschlaf halten”) zum Einsatz. Nicht, dass es mit mehr Ruhe besser geworden wäre… ein Handwerker würde die Köpfe über den Kopf zusammenschlagen… alle Fugen sind viel zu dick und ungleichmäßig, dazu Spritzer an allen Fenstern… bin dann noch losgelaufen, um im örtlichen Mini-Baumarkt einen Fensterkratzer oder so etwas zu besorgen, aber der ist wohl der einzige Laden im Universum, der Samstags um 14 Uhr zumacht: ich kam um 14:06 Uhr an… jetzt müssen wir halt hoffen, dass morgen niemand zu sehr hinschaut – und dass demnächst bei der Wohnungsübergabe, wenn wenigstens die schlimmsten Exzesse abgekratzt sind, auch niemand etwas zu beanstanden hat.
Ich hoffe inständig, dass wir in der nächsten Wohnung wieder dazu kommen, den Schimmel zu bekämpfen, bevor er kommt…
Zum Schluß noch ein nettes Video mit einem Künstler, den ich sehr mag (nein, nicht Michael Jackson, auch wenn der Anlaß passend wäre: ich mochte ihn nie sonderlich, schon allein weil mein Bruder – mit dem ich als Kind in einem Zimmer hausen musste – seine Platten auf Kassette hatte und ich grundsätzlich nichts mag, was er mag…). Stehe nämlich zur Zeit sehr auf moderne Shamisen-Variationen, wie sie die Yoshida Brothers oder eben auch Agatsuma Hiromitsu pflegen. Habe von dem zwar nur ein Album (Beams), aber das ist einmalig gut…
…heute hatte meine Mutter Geburtstag und um ihr eine Freude zu machen ist meine Frau mit der Kleinen ganz allein bis zu ihr gefahren. Ich selbst habe dann schon um 12 Uhr in der Arbeit Schluß gemacht und bin dazu gestoßen. Meine Mutter war erstaunlich gut drauf, sie sprach also nicht ständig vom Sterben und anderen Unsinn und Prinzessin Kaguya fremdelte ebenfalls kaum. Selbst die Schildkröte, die bei meinen Eltern lebt (und die mir bei weitem das liebste Familienmitglied ist – das klügste ist sie sowieso) wurde von der Prinzessin nur sanft gestreichelt, was erstaunlich ist, wenn man bedenkt, dass sie z.B. mich an den Haaren zieht oder in die Weichteile tritt, wenn sie “zärtlich” zu mir sein will…
Freilich: als wir wieder zuhause waren, war die Prinzessin in entsetzlich schlechter Laune, das gab wiederum Guradono schlechte Laune und die ließ es stehenden Fußes an mir aus. Es hieß wieder Kasernenton und außerdem die Ankündigung, dass sie dieses Wochenende keine einzige freie Minute (also jene Zeit, in der sie wach ist, die Prinzessin aber noch schläft) an mir verschwenden würde…
Nehme an, das bedeutet, dass es auch dieses Wochenende keinen Sex gibt…
Wie nun aber nicht leicht ein Übel ohne alle Kompensation ist, so ergibt sich auch hier, daß [...] die finstern und ängstlichen Charaktere, im ganzen, zwar mehr imaginäre, dafür aber weniger reale Unfälle und Leiden zu überstehn haben werden, als die heitern und sorglosen: denn wer alles schwarz sieht, stets das Schlimmste befürchtet und demnach seine Vorkehrungen trifft, wird sich nicht so oft verrechnet haben, als wer stets den Dingen die heitere Farbe und Aussicht verleiht.
- Arthur Schopenhauer